Berichte aus den Arbeitsgruppen |
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März 2010 Puspa Agarwalla
Psychoanalytisch fundierte Psychotherapien haben in der ambulanten Versorgung seelisch belasteter Menschen eine zentrale Bedeutung. Versorgungspraktisch besonders wichtig sind Behandlungen mit ein oder zwei Therapiestunden pro Woche. Ihre Wirksamkeit zu untersuchen und den therapeutischen Prozess wissenschaftlich zu beschreiben, ist ein aktuelles und sowohl wissenschaftlich wie gesundheitsökonomisch bedeutsames Forschungsziel. In Zusammenarbeit mit deutschen Forschungsgruppen widmete sich unser schweizerisches Forschungsprojekt FIPP diesem Ziel. Durch die Charakterisierung des therapeutischen Prozesses bzw. durch die Identifikation von massgeblichen Einflussfaktoren wollten wir Möglichkeiten aufzeigen, therapeutische Techniken zu verbessern bzw. sie den Bedürfnissen der Patienten/innen anzupassen, um ihnen zielgerichteter helfen zu können. Das wissenschaftliche Interesse des vorliegenden Forschungsprojekts richtete sich daher vor allem auf den analytischen Prozess während des ersten Therapiejahres. Aufgrund der erhobenen Daten konnten wir verschiedene Analysen realisieren. In einem ersten Artikel konnten wir die PatientInnen charakterisieren, die psychoanalytische Therapien in der Schweiz in Anspruch nehmen. Ein Vergleich mit Studien aus Deutschland zeigte dabei, dass sich die Schweizer PatientInnen von jenen aus Deutschland in vielen Bereichen kaum unterscheiden. Weitere Arbeiten widmeten sich der Analyse von einer begrenzten Anzahl von Fällen (Extremfällen) oder Kasuistiken. Es wurde herausgearbeitet, wodurch sich positive und negative Verläufe kennzeichnen. Mittels des Vergleichs von Extremfällen wurden negative und positive Verläufe kontrastiert. Aktuell befinden sich zwei weitere Analysen in Arbeit. Die erste Arbeit beschäftigt sich mit der emotionalen Qualität der therapeutischen Arbeitsbeziehung. Diese wird aufgrund der Therapeutenprotokolle zu Analytischem Prozess und Zusammenarbeit eingeschätzt und einerseits mit den Einschätzungen aus den Fragebögen zur therapeutischen Arbeitsbeziehung verglichen andererseits mit den wichtigsten Outcomedaten nach dem ersten Therapiejahr korreliert. Die zweite Arbeit beschäftigt sich mit den Protokollen der bedeutsamen Therapiestunden. Hier steht die Analyse der "individuellen" Passung der Interventionen im Vordergrund. Es wird untersucht, wie es dem/ der Therapeutin gelingt auf die Voraussetzungen (Stärken/Schwächen), die der/die PatientIn mit in die Therapie bringt zu nutzen und mit therapeutisch sinnvollen Interventionen zu stützen/ fördern. Eine zentrale Frage ist in diesem Zusammenhang ausserdem, was das Scheitern von Interventionen bedingt und wie dies möglichst früh erkannt werden kann. Die erste Arbeit wurde bereits eingereicht, bei der zweiten handelt es sich um das Dissertationsprojekt einer Psychologin. Anvisierter Termin für den Abschluss der zweiten Arbeit ist Ende 2010. s. auch Homepage
des SNF Medienmitteilung: Eine empirische Langzeitstudie zur psychoanalytischen
Psychotherapie: Die Psychoanalyse wirkt Juni 2008 Ausgangspunkt Studiendesign Ergebnisse September
2005 Text zum download als pdf-Dokument März 2004 In der Arbeitsgruppe Forschung arbeiten momentan Daniel Barth, Dieter Eckel, Jürg Honegger, Dieter Howald und Joachim Küchenhoff (Leitung der Arbeitsgruppe) zusammen; bis ins Jahr 2003 hinein hat Julia Pestalozzi mitgewirkt. Das Anliegen der Arbeitsgruppe ist es, im Rahmen der EFPP Schweiz die empirische Forschung in psychoanalytischer Psychotherapie zu fördern. Wir haben eine Forschungsinitiative Psychoanalytische Psychotherapie, FIPP, gegründet. In enger Anlehnung an die Psychoanalytische Langzeitstudie PAL, die von Prof. Rudolf und Dr. Grande von Heidelberg aus koordiniert werden, haben wir eine Forschungsstudie begonnen, die seit dem 1.7.2003 vom Schweizerischen Nationalfonds und vom Fonds zur Förderung von Lehre und Forschung der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel gefördert wird. In diesem Projekt sind als MitarbeiterInnen Herr Heinz Hunziker, Frau Christine Knauss und Frau Ruth Schneider eingesteltlt. Das FIPP-Projekt untersucht das erste Jahr von psychoanalytischen Psychotherapien mit einer Wochenfrequenz von ein und von zwei Stunden bei Patienten mit mässiger und mit geringer struktureller Integration (neurotischer oder Borderline-Struktur). Analytiker und Analysand werden an der Forschung beteiligt, eine externe Forscherin befragt in Halbjahresabständen zusätzlich die Patientin. Bislang sind 28 analytische Psychotherapien in das Projekt aufgenommen worden. Wir sind froh über diese gute Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen, brauchen aber für den Abschluss des Projektes insgesamt 80 Therapien. Wir haben den Rekrutierungszeitraum ausgedehnt, und zwar auf den 31.12.2004. Die im Projekt engagierten Kolleginnen und Kollegen treffen sich in grösseren Abständen in einer Begleitgruppe, um die Erfahrung mit dem Projekt miteinander zu diskutieren. Über weitere Anmeldungen sind wir sehr froh. Immer noch ist das Projekt gefährdet, weil bisher zu wenig Behandlungen erfasst worden sind. Darum bitten wir immer wieder alle Kollegen und Kolleginnen, die analytische Psychotherapien mit einer oder zwei Wochenstunden beginnen, an uns zu denken. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Erforschung und damit auch zur Absicherung psychoanalytischer Therapien. Joachim Küchenhoff
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